Der Arbeitsmarkt und das Virus

Veröffentlicht am von Maria Günther

Ausblick auf den Arbeitsmarkt

Der aktuelle Arbeitsmarkt befindet sich in einem sehr starken Umbruch. In Europa stehen derzeit fast 60 Millionen Arbeitsplätze auf dem Spiel. Besonders betroffene Gruppen sind Menschen, die durch eine hohe Ansteckungsgefahr durch persönlichen Kontakt ihrem Beruf nicht wie gewohnt nachgehen- und diesen auch nicht in digitaler Form ausführen können. Den größten Teil der besonders gefährdeten Branche stellt dabei vor allem die Gastronomie und freischaffende Künstler, die auf Buchungen ihrer Veranstaltungen angewiesen sind. In Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern sind aktuell rund 2/3 der Arbeitsplätze bedroht (McKinsey). 

Licht und Schatten für die Mitarbeitergewinnung

Auf der einen Seite nehmen potentielle Talente die Möglichkeit wahr, sich auf dem Markt neu zu orientieren. Auf der anderen Seite lassen viele Kandidaten derzeit Vorsicht walten und verschieben die aktive Suche nach neuen Herausforderungen auf später. Sehr genau schaut heute sowohl der wechselwillige Kandidat oder der loyale Mitarbeiter auf die Unternehmen und ihren Umgang mit der derzeitigen Krise. Wer sich heute „ethisch korrekt“ verhält, hat in der Mitarbeiterbindung und -gewinnung die Nase vorn. Ein Negativbeispiel hierfür ist z.B. adidas, die mit dem LockDown zuerst alle Mietzahlungen an Filialgeschäfte einstellten und dann ob des schlechten Echos schnell zurückruderten.

Unternehmen setzen auf Cloudworking und benötigen die „Enabler“

Trotz weit verbreiteter Einstellungsstopps sind bestimmte Berufe derzeit gefragt wie nie. Unternehmen richten ihre Infrastruktur auf digitalisierte Prozesse und Lösungen aus. Das bedeutet, es braucht Experten, die diese Infrastruktur bereitstellen und pflegen können. Vor allem cloudbasiertes Arbeiten ist besonders gefragt, dies geht auch mit einer großen Nachfrage an Datenschutz zur Absicherung der digitalen Prozesse einher. Berufsgruppen, die dieser Nachfrage entsprechen, sind IT Fachkräfte mit Erfahrung in den Bereichen Cloud, IT-Security und Data Engineering. 

Zukunftskompetenzen des Mittelstandes 

Durch die Umstellung der Infrastrukturen und Prozesse werden auch bestimmte Kompetenzen und Methoden zukünftig deutlich mehr nachgefragt werden. Schon im Aufbau des neuen digitalen Zusammenarbeitens sollten Unternehmen besonders auf adäquate Führung und agiles Arbeiten großen Wert legen. Mitarbeiter müssen befähigt werden, den sich verändernden Prozessen und Strukturen durch eine zunehmende digitale Infrastruktur folgen zu können. Hierzu müssen Führungskräfte lernen, stark kooperativ und gleichzeitig wertschöpfend zu führen. Die derzeitigen Anforderungen spiegeln sich auch in den Wünschen und Bedürfnissen der Angestellten wider. 

Die Homeoffice Lösung als positives Arbeitgeber-Attribut

Die neuen Arbeitssituationen bringen einen großen Wunsch nach einer flexibleren Homeoffice-Lösung mit sich. 29% der deutschen Arbeitnehmer wünschen sich auch nach der Corona Krise ein Fortbestehen der Homeoffice-Lösung (FAZ). Talente, die derzeit auf der Suche nach einer neuen Herausforderung sind, bewerten flexible Arbeitszeiten und familienfreundliche Lösungen als besonders positives Kriterium einer möglichen Zusammenarbeit. 

Wie realistisch ist der Wunsch der Deutschen nach einer permanenten Homeoffice-Lösung? Fakt ist, dass die Prozessorganisation im Homeoffice sich durch gut ausgebaute digitale Infrastruktur ermöglichen lässt. Fakt ist auch, dass dies ein neuer wertvoller Arbeitgebervorteil wird. Wichtig ist ein funktionierendes und sicheres Zusammenspiel aus Organisations- und Kommunikationstools, um Absprachen und Arbeitsschritte zu koordinieren und zielgerichtetes Arbeiten zu ermöglichen. Dazu können Unternehmen auf verschiedenen Anwendungen zurückgreifen, die sich ohne Probleme miteinander verbinden lassen. Wichtig ist hierbei die richtige „Mischung“ der angewendeten Software, die effektive und gut eingespielte Prozesse übernimmt und die mobile Arbeitsorganisation erleichtert. 

Ein weiterer essentieller Punkt eines gemeinsamen digitalen Arbeitens ist der Datenschutz. Dieser steht vor allem beim cloudbasierten Arbeiten und bei der Arbeit mit sensiblen Daten immer an erster Stelle. Da die Datenschutzgesetze in Europa strenger sind als vergleichsweise in den USA, sollten Unternehmen darauf achten, auf welchen Servern ihre Daten gespeichert werden. 

Best Practice Ideen 

Da gefragte IT-Fachkräfte derzeit eher vorsichtig im Umgang mit neuen Herausforderungen sind, können Unternehmen ihre Arbeitgeberattraktivität durch gezielte Aktivitäten steigern. Hilfreich ist es dabei genau zu evaluieren, wer die Zielgruppe ist und wie sie adressiert werden soll. Ein Beispiel für eine gut einzugrenzende und attraktive Bewerbergruppe sind z.B. die Solo-Selbständigen, die durch die Corona-Krise Arbeitsplatzsicherheit im Angestelltenverhältnis neu zu schätzen lernen.

Durch aktives und professionelles Social Media Marketing kann sich ein Unternehmen als attraktiver und moderner Arbeitgeber profilieren, da die Menschen mehr Zeit haben bzw. investieren, sich mit Inhalten der Unternehmens-Webseiten länger auseinanderzusetzen.

Alle Fachfragen zur Digitalisierung sollten – so sie nicht im eigenen Unternehmen beantwortet werden können - mit ausgewiesenen externen Beratern besprochen und bearbeitet werden, die in dem jeweiligen Thema auch erfolgreich umgesetzte Projekte nachweisen können. Hierzu gehört z.B. auch die Beratung und der Austasuch mit digitalen Recruitment-Experten wie talents for it.