Die IT-Branche und der Fachkräftemangel

Veröffentlicht am von Maria Günther

Es geht um die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft

In Zusammenarbeit mit der Fraunhofer Academy, der Gesellschaft für Informatik und dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, fand am 28. Mai der 28. Cyber Security Tag in München statt. Eine zentrale Frage der Veranstaltung betrifft ein gesamtgesellschaftliches Problem in Deutschland: Wie geht die Wirtschaft und Industrie mit dem wachsenden Fachkräftemangel um und welche Lösungsansätze lassen sich in Kooperation mit verschiedenen Interessengruppen finden? 

Mangelnde IT-Sicherheit ist eine Existenzbedrohung

Für Unternehmen wird es zum existentiellen Problem: die IT-Sicherheit. Längst reicht es nicht mehr aus, sich als Unternehmen und Bundesbehörden durch Firewalls und IT-Strategien gegen Attacken und Angriffe auf interne Netzwerke zu schützen. Deutschland muss zukunftsfähiger werden, Technologien weiter ausbauen und auch im Bereich der IT-Sicherheit mit internationalen Größen wie Indien oder den USA konkurrenzfähiger werden. Fehlende Technologien und Strategien, sich gegen Angriffe effektiv zu schützen sind dabei schwerwiegende Folgen eines speziellen Problems, das lange nicht wahrgenommen und wegdiskutiert wurde: dem Fachkräftemangel. Dieses gesamtgesellschaftliche Problem muss durch innovative Ansätze und Lösung angegangen werden und viele Interessengruppen müssen durch Zusammenarbeit diesem Problem begegnen. Der 28. Cyber Security Tag in München stand unter genau diesem Motto - wie kann dem immer größeren Fachkräftemangel in der IT-Branche effektiv und nachhaltig begegnet werden? Welche gemeinsamen Anstrengungen lassen sich dafür verwirklichen? 

Im Bereich der Sicherheit ist der Mangel an Experten und Talenten im IT-Bereich am größten. Längst ist in Deutschland klar: Deutsche Unternehmen haben die Digitalisierung und Entwicklung von konkurrenzfähigen Technologien verschlafen. Ungefähr 70% aller deutschen Unternehmen und Behörden sind in Deutschland von Cyber-Angriffen betroffen und jeder zweite Angriff auf interne Netzwerke ist dabei erfolgreich (Allianz für Cyber-Sicherheit, Stand 2018). Die Folgen sind unter anderem Datenverlust, Produktions- und Betriebsausfälle mit daraus resultierenden nachhaltigen Beeinträchtigungen der deutschen Industrie und Wirtschaft. 

Mehr Experten für mehr Sicherheit

Auf dem Cyber-Security Tag ist man sich daher sicher, Unternehmen müssen befähigt werden vom Digital Follower zum Digital Leader zu werden. Fachkräfte, Experten und IT-Talente brauchen das Know How, um Angriffen nicht nur standzuhalten, sondern diesen auch entgegenzusehen und Netzwerke zu schützen. Diese Entwicklung kann aber nicht über Nacht passieren. Längst ist klar, Fachkräfte müssen ausgebildet und vor allem auch weitergebildet werden, um den heutigen Ansprüchen an die Cyber Security gerecht zu werden und mit den Anforderungen der technologischen Entwicklung Schritt zu halten. In den nächsten Jahren wird sich der große Gap zwischen Angebot und Nachfrage an Fachkräften kaum überwinden lassen. Der Prozess des Anwerbens und Ausbildens geht dafür aber organisch und nachhaltig vonstatten und kann mit guter Organisation und Anreizen dazu führen, dass Deutschland bis 2030 den modernen Herausforderungen der Cyber-Security Branche gewachsen ist und mit neuen und innovativen Technologien auch dem internationalen Vergleich standhält. Für die deutsche Wirtschaft und Industrie sollte die Überwindung dieses Mangels und die Ausbildung neuer Talente oberste Priorität haben, da wir als Gesellschaft durch und durch von der Digitalisierung und den damit verbunden Herausforderungen und Risiken durchdrungen sind. Wir sehen alle der Zukunft entgegen, aber die wirkliche Frage ist, wann sind wir dafür bereit? 

Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie auch auf der Seite des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik und dem Rückblick auf den 28. Cyber Security Tag in München. 

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